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: Freitag, 10. Juli 2020 um 18:22 Uhr
: Simultankirche des Jahres
Emporenmalerei in Edelsfeld
 
Emporenmalerei in Edelsfeld

Simultankirche des Jahres 2020

St. Stephanus in Edelsfeld

 
St. Stephanus Edelsfeld (Foto: S.Gruber)
Die Ursprünge der alten Pfarrkirche St. Stephanus reichen bis ins 12. Jahrhundert. 1498 wurde die Apsis durch einen Chorraum im Stil der Gotik mit Kreuzrippengewölbe ersetzt. Das Simultaneum wurde im Jahr 1653 eingeführt.

Es hatte Bestand bis 1910: Man einigte sich darauf, dass die alte Pfarrkirche St. Stephanus gegen eine Ablöse in den alleinigen Besitz der Evangelischen übergehen sollte. Die Katholiken gründeten im Jahr 1900 einen Kirchenbauverein und weihten im November 1910 ihre eigene Kirche ein, die ebenfalls Stephanuskirche heißt.
 
 
 Nach der Auflösung des Simultaneums wurde der Innenraum umgestaltet: Der barocke Hochaltar war bei der Aufteilung des Eigentums der katholischen Gemeinde zugesprochen worden, die ebenfalls barocke Kanzel wurde an die katholische Pfarrei verkauft. Stattdessen fanden nun Jugendstilelemente Eingang in das evangelische Gotteshaus.

Kirchenschiff St. Stephanus Edelsfeld (Foto: SG)
Nach dem 2. Weltkrieg gab es wiederum Veränderungen in der Gestaltung. Der findige junge Pfarrer Andreas Fortmüller erkannte 1946 die Zeichen der Zeit: Bevor die Währungsreform die Ersparnisse der Gemeinde vernichten konnte, ließ er die Kirche neu ausmalen.
 
Der Nürnberger Kirchen- und Kunstmaler Georg Konrad Kraemer fertigte daraufhin die dekorativen Malereien an den Emporen. Auch die Bildnisse der Diakone an der Kanzelbrüstung sowie die Malereien am Taufstein stammen von ihm.
 
 

Ausgegraben...

 
Eine Anekdote aus der Simultankirchen-Zeit:
„Im Jahre 11815 beschwerte sich der katholische Pfarrer von Königstein beim Dekanat in Sulzbach über den evangelischen Pfarrer Herbst von Edelsfeld. Leider hatte er vergessen, seinen Knieschemel von der Kanzel wegzunehmen. Daraufhin warf der evangelische Pfarrer den Schemel vor versammelter Kirchengemeinde mit großem Getöse herab." (Edelsfelder Heimatbuch)
 
Malerei am Orgelspieltisch (Foto: S:Gruber)
Rätselhafte Zeichen

Am Orgelspieltisch findet man ein Bild des Kirchenmalers Georg Konrad Kraemer. Es zeigt einen Engel sowie ein Spruchband mit einem Zitat aus Psalm 98: „Singet dem Herrn ein neues Lied". Die vier Zeichen in den Ecken der Malerei gaben der Gemeinde lange Zeit Rätsel auf. Mitarbeitenden des Lehrstuhls für Christliche Archäologie und Kunst der Universität Erlangen gelang die Entschlüsselung. Die Zeichen symbolisieren die vier Jahreszeiten. So liegt die Deutung nahe: Alle Zeiten, Mächte und Gewalten sollen in das Lob Gottes mit einstimmen. 
 
 
 
Epitaph der Maria Paulina Knorr von Rosenroth (Foto: S.Gruber)
Ein besonderes Grabmal
Im Altarraum liegt die bei der Geburt eines Kindes verstorbene Schwiegertochter des berühmten Sulzbacher Schriftstellers und Kirchenlieddichters Christian Knorr von Rosenroth begraben.
 
Ihr Grabstein ist ein ergreifendes Zeugnis für die tiefe Trauer ihres Ehegatten: „…sie war ein Spiegel der Tugend, ein Engel von Anmut und Verstand, ein Wunder in Künsten und Sprachen… Nach ihrem Tod ist zwar ihr zarter Leib der Würmer Speiß, ihre edelste Seele aber bei Gott…" 
 
 
 
 
 
 

Wenn Sie mehr wissen möchten
Interaktive Karte mit Kontaktdaten der Pfarrämter, Rathäuser und Gastronomie
Infos zum Leben der Evang.-Luth. Pfarrei Edelsfeld
Sonderausgabe Gemeindebrief zur Kirchenrenovierung 2019
Marktgemeinde Edelsfeld
Tourismus-Infos Amberg-Sulzbacher Land

 
 

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