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: Samstag, 24. Februar 2018 um 03:17 Uhr
: Simultankirche des Jahres
Hochaltar in der Simultankirche Corpus Christi in Eschenfelden
 
Hochaltar in der Simultankirche Corpus Christi in Eschenfelden

Simultankirche des Jahres

Ein Gotteshaus mit besonderer Geschichte

 
St.Leonhard in Krummennaab - Foto: S.Gruber
St.Ägidius in Thumsenreuth - Foto: S.Gruber
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Simultankirchen des Jahres 2018 
Gleich 2 Gotteshäuser erhielten die Auszeichnung „Simultankirche des Jahres". Die Ägidienkirche in Thumsenreuth und St. Leonhard in Krummennaab, Landkreis Tirschenreuth. Ihre Geschichte ist seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden. Die Gründung der beiden Pfarreien war von der christlichen „Urpfarrei" in Windischeschenbach ausgegangen. Im Jahr 1663 wurde das Simultaneum im damaligen Amt Parkstein-Weiden eingeführt. 1930 wurde es in Krummennaab, 1935 in Thumsenreuth aufgelöst. Die katholischen Gemeinden erhielten eine Ablöse und bauten sich jeweils ein neues Gotteshaus am Ort.

St. Leonhard in Krummennaab: Von der Adelskirche zur Arbeiterkirche
Altar in der Leonardikirche - Foto: S.Gruber
Die Kirche wurde um das Jahr 1440 auf Veranlassung von Kaspar Trautenberger zu Reuth errichtet und „Unserer Lieben Frau" geweiht.
Der große Dorfbrand 1731 zerstörte auch die Kirche. Für den Wiederaufbau 1732 verwendete man die erhalten gebliebenen Mauern, gotischen Pfeiler und Spitzbogenfenster. Der barocke Hochaltar, flankiert von Joachim und Anna (Eltern der Gottesmutter Maria), kam zu dieser Zeit in die Kirche. Einen, dem heiligen Leonhard geweihten, barocken Seitenaltar entfernte man mit Auflösung des Simultaneums. 1757 wurde an der Westfassade ein Turm aus Granitquadern errichtet, der 1868 grundlegend erneuert werden musste.

Spannendes passierte in unmittelbarer Nachbarschaft des Gotteshauses: 1897 siedelte sich eine Porzellanfabrik an. Ab 1939 bis zur Stilllegung 2006 war es die Firma Seltmann, bei der in Spitzenzeiten bis zu 700 Arbeiter aus nah und fern tätig waren. Bis auf wenige Bauern arbeiteten alle Einwohner des Dorfes dort. Während des 2. Weltkrieges ließen die Messerschmidt-Werke dort Rüstungsgüter herstellen. 2013 erfolgte der Abriss der großen Fabrikgebäude. Auf dem Gelände entsteht jetzt ein Bürgerpark, der auch der evangelischen Kirchengemeinde neue Möglichkeiten eröffnet.
 
St. Ägidius in Thumsenreuth: Menschen und Geschichten
Altar in St. Ägidius - Foto: S.Gruber
Das heutige Aussehen der Kirche wurde vor allem im 17. und 18. Jahrhundert geprägt. Aus dieser Zeit stammt der Gemäldezyklus zu Geschichten aus Bibel an der Decke des Langhauses. An der Brüstung der Empore ist das Ehewappen der Familie derer von Lindenfels-Trautenberg zu finden. Die Familie von Lindenfels ist seit 1661 eng mit dem Gotteshaus verbunden, ließ 1715 den Turm, die Sakristei, die Adelslogen und den Chor neu erbauen. Sie stiftete auch den Altar und einen kostbaren Abendmahlskelch. Bis ins 20. Jahrhundert hinein hatte sie das Patronat für St. Ägidien inne.

Ab 1678 teilten sich die Evangelischen in Thumsenreuth und Krummennaab einen Pfarrer. Der erste hieß Thomas Laubmann. Sein Grabstein ist in der Kirche zu sehen. Ein weiteres Epitaph ist an der Nordwand des Langhauses zu entdecken. Es erzählt von einem Unglücksfall:  Martha Notthafft, geb. v. Seckendorf kommt am 18.Oktober 1589 bei einem Sturz vom Pferd ums Leben. Im Hintergrund ist das Schloss Thumsenreuth (Darstellung im Tympanon). Der Mittelteil zeigt die Familie vor dem Gekreuzigten. Die Umschrift endet mit den Worten: „Nachdem sie gross Schmertzen erlid Ihrer Seel sey gnedig O Gott. Behüt uns für ein schnellen Todt."
St. Leonhard - Foto: S.Gruber
wappen an der Empore der Ägidienkirche - Foto: S.Gruber
Ägidienkirche - Foto: S.Gruber

 

 

 
 
 
Wenn Sie mehr wissen möchten
Kirchenflyer und Informationen zur Route 10
Interaktive Karte mit Kontaktdaten der Pfarrämter, Rathäuser und Gastronomie
Aufzeichnungen von Pfarrer Johann Baptist Lehner
Informationen von Harald Stark zur Familie Notthafft aus Thumsenreuth
 


 

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